Dresden · Seit der Tradition

Seife sieden
wie einst.

Historische Seifensiederei mit Holzasche-Lauge und pflanzlichen Ölen. Handwerk, das Jahrhunderte überdauert hat, weitergegeben in unserer Dresdner Werkstatt.

Rein pflanzlich
Das Handwerk

Jahrhundertealtes Wissen, lebendig gehalten

Die Kunst der Seifensiederei mit Holzasche-Lauge reicht weit zurück. Haushalte brauten ihre eigene Lauge aus Buchenholzasche und Regenwasser, verseiften Talg und Pflanzenöle zu haltbarer, wirksamer Seife.

In unserer Werkstatt in Dresden rekonstruieren wir diese Prozesse nach historischen deutschen Quellen. Keine industriellen Abkürzungen. Kein synthetisches Natriumhydroxid als Ersatz für das ursprüngliche Verfahren. Stattdessen: Geduld, Beobachtung und das Verständnis für chemische Grundprozesse, die unsere Vorfahren durch Erfahrung entwickelten.

Holzasche-Lauge

Aus Buchenholzasche gewonnene Pottasche-Lösung nach traditionellem Verfahren

Pflanzliche Öle

Lein-, Hanf-, Oliven- und Rapsöl als Basis historischer Rezepturen

Historische Quellen

Anlehnung an überlieferte Rezepte aus deutschen Haushalts- und Handwerksbüchern

Kaltverseifung

Schonende Methode, die Glycerin und Pflanzeninhaltsstoffe im Produkt belässt

"Das Wissen um die Lauge ist das Fundament jeder echten Seife."
Kursangebot

Was Sie in der Werkstatt lernen

Unsere Kurse vermitteln praktisches Handwerkswissen. Jede Einheit ist eigenständig und zugleich Teil eines zusammenhängenden Lehrgangs.

Laugenherstellung

Das Auslangsprodukt jeder traditionellen Seife: Wie aus Holzasche durch Wässerung und Filtration eine wirksame Kaliumcarbonat-Lösung entsteht. Dichtemessung, Konzentrationskontrolle und Sicherheitsaspekte.

  • Ascheauswahl und Vorbereitung
  • Laugenfass und Filtration
  • Konzentrationsmessung mit Ei-Test
  • Eindampfen und Lagerung

Kaltverseifung

Die handwerklich anspruchsvollste Methode: Öle und Lauge werden bei niedrigen Temperaturen zu Seife verbunden. Trace-Erkennung, Gießen und der Reifeprozess über Wochen werden detailliert behandelt.

  • Ölauswahl und Mischverhältnisse
  • Temperaturführung
  • Trace und Gießkonsistenz
  • Reifezeit und Lagerung

Kräuterzusätze

Historische Rezepte nutzten heimische Kräuter als Beigaben. Lavendel, Kamille, Ringelblume und Schafgarbe werden in ihrer Wirkung auf den Seifenteig und das fertige Produkt untersucht.

  • Kräutermazerationen und Aufgüsse
  • Getrocknete Kräuter als Einlage
  • Natürliche Farbgebung

Natürliche Duftgebung

Ätherische Öle verleihen der Seife Duft und wurden historisch auch wegen ihrer Eigenschaften geschätzt. Dosierung, Mischverhalten und die Stabilität verschiedener ätherischer Öle im Seifenprozess.

  • Ätherische Öle: Auswahl und Herkunft
  • Dosierungsgrundlagen
  • Duftmischungen nach Rezept
  • Haltbarkeit und Fixierung
Direkt starten

Kurs anfragen

Schreiben Sie uns Ihren gewünschten Kursschwerpunkt. Wir planen Einheiten für Einzelpersonen und kleine Gruppen bis zu acht Teilnehmern.

Jetzt Kontakt aufnehmen
Erst informieren

Werkstatt kennenlernen

Lesen Sie mehr über unsere Methoden, Materialien und den Ablauf eines typischen Kurstages, bevor Sie sich entscheiden.

Methoden entdecken
Unsere Methoden

Schritt für Schritt zum Handwerk

01

Die Lauge aus Holzasche

Buchenholzasche wird in einem speziellen Laugenfass mit weichem Wasser übergossen. Über Stunden zieht das Wasser die löslichen Kaliumsalze aus der Asche. Die ablaufende Flüssigkeit ist die Rohlauge, die durch den traditionellen Ei-Test auf ihre Konzentration geprüft wird.

Dieser Schritt erfordert Geduld und Beobachtungsgabe. Eine zu schwache Lauge verseift nicht vollständig; eine zu starke kann den Seifenteig schädigen.

Kaliumcarbonat Filtration Dichtemessung
02

Öle auswählen und mischen

Historische Rezepte aus deutschen Haushaltsquellen nutzten, was verfügbar war: Leinöl aus heimischem Anbau, Hanföl, Rüböl und importiertes Olivenöl für besondere Qualitäten. Jedes Öl bringt andere Fettsäuremuster mit, die die Seifeneigenschaften bestimmen.

In der Werkstatt lernen Teilnehmende, wie Ölmischungen die Härte, den Schaum und die Pflegeeigenschaften der fertigen Seife beeinflussen. Wir rechnen gemeinsam Laugenmengen für verschiedene Ölkombinationen aus.

Fettsäureprofil Laugenrechnung Seifenmischung
03

Kaltverseifung und Reife

Öle und Lauge werden bei kontrollierten Temperaturen zusammengeführt und gerührt, bis der Seifenteig den sogenannten Trace erreicht, jenen Moment, in dem er dickflüssig wird und Spuren auf der Oberfläche hinterlässt. Dann erst werden Kräuter und ätherische Öle eingearbeitet.

Nach dem Gießen in Formen folgt die Ruhezeit. Vier bis sechs Wochen Reife lassen die Verseifung vollständig abschließen und den pH-Wert sinken.

Trace-Punkt Gießformen Reifezeit
04

Kräuter, Duft und Farbe

Das letzte Kapitel jedes Kurses widmet sich der Veredelung. Ätherische Öle aus Lavendel, Rosmarin, Pfefferminze oder Zitrusfrüchten werden in historisch belegten Dosierungen eingearbeitet. Kräuteraufgüsse ersetzen das Wasser in der Lauge und bringen zusätzliche Inhaltsstoffe.

Natürliche Farbstoffe wie Kurkuma, Spirulina, Aktivkohle oder Kakaopulver ermöglichen optische Gestaltung ohne synthetische Zusätze.

Ätherische Öle Naturfarben Kräuterinfusionen
Wissenstiefe

Was jede Kurseinheit vermittelt

Laugenchemie verstehen

Die Herstellung einer wirksamen Holzasche-Lauge setzt grundlegendes Verständnis der ablaufenden chemischen Prozesse voraus. Kaliumcarbonat löst sich aus der Asche, reagiert mit Wasser und bildet eine alkalische Lösung, die Fette aufspalten kann.

Teilnehmende lernen, wie pH-Wert und Konzentration gemessen werden, was der historische Ei-Test tatsächlich misst, und warum verschiedene Holzarten unterschiedliche Laugenqualitäten liefern. Buchenholzasche gilt historisch als besonders geeignet.

  • pH-Wert und Alkalität praktisch messen
  • Aschearten und ihre Eigenschaften kennenlernen
  • Laugenkonzentration für verschiedene Seifentypen einstellen
  • Sicherheitsregeln im Umgang mit Lauge

Verseifungsprozess begleiten

Die Verseifungsreaktion zwischen Fetten und Lauge ist ein faszinierender chemischer Prozess, der bei der Kaltverseifung sichtbar und spürbar wird. Aus flüssigen Ölen und Lauge entsteht durch Rühren ein fester Seifenkörper.

Im Kurs wird der gesamte Ablauf von der Temperaturmessung bis zum Trace praktisch durchgeführt. Teilnehmende gießen ihre eigene Seife und begleiten sie durch die Reifezeit.

  • Verseifungszahlen verschiedener Öle kennen
  • Laugenmengen selbst berechnen
  • Trace erkennen und richtig reagieren
  • Seife schneiden, lagern und reifen lassen

Kräuter in der Seifensiederei

Historische Seifenrezepte aus dem deutschsprachigen Raum nutzten heimische Heilkräuter als Zusätze. Diese wurden als Aufgüsse in die Lauge gegeben, getrocknet eingearbeitet oder als Mazerate mit den Ölen verbunden.

Der Kurs behandelt die bekanntesten Kräuter der historischen Seifensiederei und erklärt, wie ihre Inhaltsstoffe den Seifenherstellungsprozess beeinflussen und welche Eigenschaften sie dem fertigen Produkt verleihen können.

  • Lavendel, Kamille, Ringelblume und Schafgarbe
  • Kräuteraufgüsse als Laugenwasser
  • Ölmazerate herstellen und verwenden

Ätherische Öle und Duft

Ätherische Öle sind flüchtige Verbindungen, die im Seifenteig unterschiedlich verhalten. Einige beschleunigen den Trace, andere verlangsamen ihn. Manche Düfte überstehen den alkalischen Seifenprozess gut, andere verblassen während der Reife.

Teilnehmende lernen, welche ätherischen Öle sich für die Seifensiederei eignen, wie Dosierungen berechnet werden und wie historische Duftrezepturen aussahen. Praktische Mischübungen gehören dazu.

  • Eigenschaften ätherischer Öle im Seifenprozess
  • Dosierungsrechnung für verschiedene Chargengrößen
  • Duftmischungen nach historischen Vorlagen
  • Haltbarkeit und Lagerung
Werkstattadresse Washingtonstraße 16-16A, 01139 Dresden
Die Werkstatt

Ein Ort für handwerkliches Lernen

Unsere Werkstatt in Dresden-Trachau ist ein praktischer Arbeitsraum, eingerichtet für das Handwerk der Seifensiederei. Keine Showküche, kein Seminarraum mit Beamer.

Laugenfässer, Rührgeschirr, Waagen und Formen stehen bereit. Rohstoffe werden nach Qualität ausgewählt und vorgehalten. Teilnehmende arbeiten an echten Chargen mit echten Materialien.

Kurse finden in kleinen Gruppen statt. Das ermöglicht individuelle Begleitung und genug Raum, um Fragen zu stellen, Fehler zu machen und daraus zu lernen.

Kleine Gruppen

Bis zu 8 Teilnehmende pro Kurs

Kursformate

Halbtages- und Tageskurse verfügbar

Hinweis

Kurse dienen dem Handwerklernen, nicht der zertifizierten kosmetischen Produktion

Kontakt

Sprechen Sie uns an